Ausflugsfahrt nach Augsburg

Postsenioren im Postzentrum Augsburg
Nicht der permanente Personalmangel im Postzentrum Augsburg war Motivation für die ehemaligen  Postler ins Postzentrum Augsburg zu fahren, um dort für Abhilfe zu sorgen. Vielmehr wollten sie einen Einblick gewinnen, über Neuerungen in der Briefsortierung mit softwaregesteuerten Sortier- und Verteilanlagen.

Los gehen sollte es vom Parkplatz an der Buchloer Strasse um 9:00 Uhr (Die Kollegen aus dem Altlandkreis Schongau starteten ihre Fahrt bereits in Bernbeuren mit einem Bus der Fa. Sprenzel. Über verschiedenevorher veröffentlichte Haltestellen erreichten sie den Treffpunkt in Landsberg, wo die restlichen Ausflügler zustiegen.). Mit etwas Verspätung parkte der Bus dann vor dem Augsburger Rathausplatz. Eine Gruppe übernehm die Stadtführerin Frau Sommer, eine Landsbergerin. Der Rathausplatz ist ein beliebter Treffpunkt für die Bürger der Stadt. Vom Blick auf das Rathaus, der bedeutendste Profanbau der Renaissance nördlich der Alpen, links die Kirche St. Peter am Perlach – eine im romanischen Stil erbaute Hallenkirche und der Augustusbrunnen – einer der drei Augsburger Prachtbrunnen.

Ein paar Schritte weiter das Denkmal von Hans Jakob Fugger, einer der größten Buchsammler des 16.Jahrhunderts. Er war das einzige Familienmitglied, das während der Blütezeit der Fugger insolvent wurde. Nach seiner Verschuldung blieb er der Literatur dennoch treu. Bis zu seinem Tod am 14.Juli 1575 pflegte er weiterhin seine ehemalige Sammlung, die sich nun als Hofbibliothek in München befindet. Nahe beim Denkmal liegt der Eingang zum Maximilianmuseum, wo etliche Kunstwerke und andere Exponate an die Fugger, an Kaiser Maximilian I. und die Welser erinnern. Vorbei an der Moritzkirche zum Zeughaus mit dem Alten Rathaus  ging es durch die Fuggerhäuser  mit dem kleinen Zofenhof, dem Damenhof und dem Serenadenhof auf die Maximilianstraße.  Weiter ging es durch das Waaggässchen ins Lechviertel, das wegen seiner vielen Bäche und Kanäle zu einem Zentrum der Handwerker und der Textilindustie und heute zu “Klein-Venedig” geworden ist.Viele Klein-Kraftwerke produzieren gegenwärtig noch Strom. Mit einem Spaziergang duch die Fuggerei endete die Stadtführung.

Vor über 500 Jahren gründeten die Fugger, eine schwerreiche Kaufmannsfamilie, die Fuggerei, um Bedüftigen ein günstiges Dach über dem Kopf zu bieten. Ein utopischer Schritt des tiefgläubigen Jakob Fugger. Die weltberühmte Fuggerei in der Jakobervorstadt ist die erste Sozialsiedlung der Welt. In den insgesamt 140 Wohnungen in 67 Häuschen leben rund 150 bedürftige katholische Augsburger. In der Fuggerei findet man neben der Kirche St. Markus mehrere Museen sowie eine Bronzebüste des Stifters Jakob Fugger. Eine Gedenktafel in der Mittleren Gasse erinnert an den heute prominentesten Bewohner der Fuggerei, den Maurer Franz Mozart: Er war der Urgroßvater von Wolfgang Amadeus Mozart.

Dieses Mal pünktlich um 15:00 Uhr brachte der Bus die Gruppe ins Briefzentrum Augsburg. Seit knapp 30 Jahren sind das Brief- und Frachtzentrum der Deutschen Post  in Betrieb. Die beiden Gebäude liegen nur wenige Meter auseinander. Allerdings DHL (Deutsche Post Fracht) auf Augsburger Gelände und die Post AG (Brief) in Gersthofen. Ein Briefzentrum   ist ein von der Deutschen Post AG eingerichtetes Verteilzentrum für Briefe. Es dient vor allem der Rationalisierungder Briefbeförderung. Der Einzugsbereich des Briefzentrums Augsburg umfasst den gesamten Postleitbereich 86. Die Sortierleistung beträgt mehr als 2 Millionen Briefe am Tag.  Hinter dem Begriff maschinell bearbeitbar steckt eine Technologie, die bis zu 40.000 Adressen pro Stunde erfasst. Als erstes bestaunen die Postsenioren hochmoderne Maschinen, besser gesagt Maschinenstrassen, die teilautomatisierte Briefordnerei. Das ist ein Gerät zur maschinellen Formattrennung und maschinellen Stempelung von Groß- und Maxibriefen. Die nächste Maschine eine Aufstell- und Stempelmaschine für Postkarten, Standard- und Kompaktbriefen. Sie erkennt an Hand der fluoreszierenden Briefmarke oder eines QR-Codes die Freimachung einschließlich Echtheits-Überprüfung der Briefmarken. Danach erfolgt das Ausrichten der Sendungen in eine einheitliche Lage und Stempelung mit dem Tagesstempel. Die Standardbrief-Sortieranlage besteht aus mehrerenLese- und Videocodiermaschinen sowie Feinsortiermaschinen. Diese Reihenfolge beschließt die sogenannte Gangsortiermaschine. Dieses Gerät sortiert die Briefe für die Auslieferung durch den Postzusteller entsprechend der Route in seinem Zustellbezirk. Etwas abseits findet sich die Großbriefsortieranlage zur automatischen Sortierung von Großbriefen.Hier ist sehr oft Handsortierung angesagt, weil die Verpackung häufig keine maschinelleBearbeitung zuläßt.

Nach einer Einkehr in der Gaststätte Alp-Villa in Buchloe brachte der Bus die Gruppe wieder an die Ausgangspunkte zurück.      Text: Hans Buczek